Stand der Dinge

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Der erste Blogbeitrag seit…Jahren. Zumindest gefühlt. Und es ist auch heute spät geworden, daher um 23:48 ein knapper Stand der Dinge:

"Professor" in "Let´s have Sex!", Studiobühne Siegburg, Premiere am 4.6., Infos hier, Vorankündigungen in der Presse hier und hier.

"Robert" in "Die Perle Anna", Contra Kreis Theater Bonn, Premiere am 10.6., Infos hier.

Produktionsleitung Stadtteil-Theaterprojekt "Im Leben", Theater am Schlachthof Neuss, Premiere am 31.7., Infos hier.

und ansonsten unterrichten an der Theaterakademie Köln, Vorbereitung einer Lesereihe mit Schülern im Auftrag der Stadt Köln und

Wiederaufnahme: "Ltd. Timmermann" in "Die Brücke", Landesbühne Rheinland-Pfalz, Premiere am 14.8., Infos hier.

Reicht fürs erste.

Kultur schmiert ab

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noch ist Zeit

Die Krise ist allgegenwärtig. Jeder beschreit, ja beschwört sie geradezu, um Missstände anzuprangern und eigene Versäumnisse zu kaschieren. Die Krise ist schuld an…allem. Die Wirtschaftskrise. Präziser: die Finanzmarktkrise. Und da haben wir den Salat.

Es geht halt einfach nur um Geld. Das ist kein sonderlich neuer Hut, ich weiß. Aber dass macht ihn noch lange nicht bequemer auf dem Haupte. Denn gerade in den wirtschaftlich schwierigen Tagen unserer Zeit verfällt der Mensch in heillose Panik, denn die Märkte spielen verrückt. Die Märkte. Auch so ein Wort, dass wir einfach so benutzen und je nach Kontext anpassen, ohne der "Vermarktung" unseres Lebens wirklich gewahr zu werden. Wenn alles aus dem Ruder läuft dann muss Geld her, damit sich "die" Märkte wieder stabilisieren. So sagt man. Und was tut der Bürger? Er (oder Sie, jaja…) hält maulaffenfeil und lässt sich von den Hütern sozialstaatlicher Ordnung das Leben kleinreden, indem diese alles auf ökonomische Maßstäbe reduzieren. Und mit Fachvokabular nur so um sich werfen. Und damit meine ich auch den Term "Markt". Denn das klingt so schön harmlos nach dem Wochenmarkt in der Kleinstadt am Mittwochmorgen, wo man von seinem Biobauern beim überteuerten Demetergemüsekauf noch persönlich angesprochen wird (Parenthese: auch so ein Fall: was gut für uns ist MUSS teuer sein, sonst wirkt´s nicht!). Was "Markt" aber auch meint ist viel mehr: Der Markt ist der Ort, wo sich Angebot und Nachfrage begegnen. So einfach so gut. Aber aus "dem Markt" sind längst "die Märkte" geworden, auf denen unser Schicksal verhökert wird in der Form dessen, was man handgreiflich auf den Tisch knallen und mit einem Preisschild versehen kann. Was nicht in die Auslage pass - gibt es nicht. Und Bürger nimmt dass erstmal hin, denn die Wirtschaft ist der große Gleichmacher unserer Zeit, und wenn es der erstmal wieder besser geht Parenthese2: und dafür müssen WIR ALLE unseren Beitrag leisten!), dann wird auch unser kleiner Mann auf der Straße wieder was zu rauchen haben. Wir geben unsere Verantwortung in die Hände des Kommerz. Und wissen nicht was genau wir damit tun:

"Besitz und Bildung, so hieß es früher, machten den Bürger aus. Im Verlauf des rasanten Aufstiegs zur globalen Industriezivilisation hat dieser Bürger Entscheidendes an humanen Qualitäten und kulturellen Orientierungen, also an echter Bildung, hinter sich gelassen. Angeblich überholt und bedeutungslos, sind diese Werte als lästiges Gepäck abgelegt worden und aus seinem Blickfeld verschwunden. Diesem „Schwund“ steht eine sich drastisch verstärkende Neigung zu Geldwerten gegenüber. Das Ergebnis dieser Entwicklung, der beschleunigte Fall(…) unserer Gesellschaft heraus aus einer selbstbewussten Menschlichkeit, ist hier das Thema. Es sind Stichworte zur wachsenden Inkompetenz dieser auf Kultur und Bildung als Korrektiv weitgehend verzichtenden Gesellschaft."

Quelle: humane-wirtschaft.de

Georg Simmel beschreibt es in seinem Hauptwerk "Philosophie des Geldes" den Zusammenhang (oder besser das Fehlen desselben) als objektive und subjektive Kultur. Die objektive Kultur ist all dass, was die Menschheit seit Anbeginn an Wissen und Fertigkeit und Transzendenz aufgebracht hat. Die subjektive Kultur dagegen ist das, was das Individuum aus diesem Wissensschatz abzurufen in der Lage ist. Und hier sah Simmel schon im Jahre 1900 die Schere gewaltig klaffen. Wir haben nicht mehr die Deutungshoheit über unsere Umwelt. Und daher übergeben wir uns in die Hände derer, die vorgeben sie zu besitzen. Und weil erst das Fressen kommt und dann die Moral deutet uns das Geld den Weg durch das Universum.

Und das Ergebnis ist der Verzicht auf das nicht-quantifizierbare, das wie auch immer transzendente, para-psycho-theo-you-name-it, aber nicht Markttaugliche unserer Existenz. Der Soziologe Friedrich Jonas beschrieb das bereits (oder erst?!) 1960 so:

„Wie die Natur als ein abstraktes System gleichwertiger Bewegungsabläufe begriffen wird, so auch die Gesellschaft,deren Werte, Antriebe und Potenzen auf einen quantitativen Ausdruck gebracht werden, um so verrechnet werden zu können. … Die Quantität hat diese entscheidende Bedeutung: In ihr werden die Dinge von allen übernatürlichen Bindungen befreit, und in den reinen Unterschied gebracht,der die Weise ist, in der das Selbstbewusstsein sich selbst ursprünglich erfährt. Die Quantifizierung und Messung der Dinge breitet sich aus als ein System von Nützlichkeiten, in dem die Unmittelbarkeit der Vernunft (Natur) aufgehoben und die Brauchbarkeit dieser Welt für das Subjekt hergestellt wird. … Die allgemeine Rechenhaftigkeit und Quantifizierung dient dazu, die Kausalzusammenhänge herzustellen, in denen die Objekte in das System der allgemeinen Nützlichkeit eingeordnet werden. In diesem System der Nützlichkeit gibt sich das Selbstbewusstsein seine Wirklichkeit. Die Formel, dass die Welt auf den Kopf gestellt worden sei, drückt in Kürze den hier erfolgten Umschlag aus, nach dem sich das Selbstbewusstsein nicht mehr als endliche Gewissheit eines Unendlichen, sondern als das unendliche Maß aller Gegenständlichkeit erfährt.“

Quelle: humane-wirtschaft.de

Man kann diese zunehmende Vergegenständlichung unserer Lebenswelten beklagen oder sie sich packen und wie wir Künstler das so gerne tun verwursten. Oft genug geschehen - und das ist auch gut so. 

Aber ich komme immer öfter an den Punkt der Erkenntnis, dass auch die lieben KollegInnen Theatermenschen sich der Verwirtschaftlichung hingeben. Um das klar zu machen: ich bin kein Verfechter des althergebrachten Armer-Künstler-Klischees. Ich will gutes Geld für Gute Arbeit. Aber ich will in erster Linie gute Arbeit - die dann entsprechend entlohnt wird. Was ich nicht möchte ist gutes Geld - und was wir als Gegenleistung an Kunst produzieren könnten dass schaun wir mal. Das ist alte Zeit der Auftragskunst. Heute nennt man das dann Kunsthandwerk. Hat seine Berechtigung. Interessiert mich aber nicht. Was mich interessiert ist die Kunst, die nicht aus geschäftlichen Erwägungen heraus produziert wird. Hier passt ein schönes Zitat eines deutschen freien Theatermachers als Kommentar zu einem meiner Blogbeiträge:

"Ich möchte gern mit den Leuten ins Geschäft kommen. Das ist für mich auch ein Anspruch zur Professionalisierung und auch Kommerzialisierung. "

Natürlich verstehe ich - oder meine das zumindest zu verstehe - wohin die Überlegung führt bzw. aus welchem Armuts-Überdruss und Minderwertigkeitskomplex dieses Zitat entstammt. Aber diese Geisteshaltung finde ich bedenklich. "Kommerzialisierung", Theater als "Geschäft"?

Theater braucht keine Gegenleistung. Es braucht Publikum. Und wer von meinen geschätzten ManagementkollegInnen jetzt einwendet, dass der Zuschauer ja selbst wenn er oder sie das Ticket geschenkt bekäme allein durch den Zeitaufwand einen Gegenleistung erbringe, dem sage ich: Das meine ich nicht. Ich rede von einer Geisteshaltung, die sich den quantifizierbaren Sphären entzieht. Bewusst entzieht und dadurch riskant und unberechenbar bleibt. Machen wir nicht den gleichen Fehler wie die Gesellschaft des 2. Jahrhunderts. Nehmen wir Marketing als Werkzeug um in Kontakt zu treten und unsere Standpunkte nach außen zu tragen. Nehmen wir Marketing nicht als Ausgangspunkt des Seins.

Ansonsten schmiert der Mensch ab.

Arnold Gehlen sah es sinngemäß so:

"Das Resultat der menschlichen Tätigkeit ist Kultur. Jede Kultur bildet nun aus der Vielzahl möglicher menschlicher Verhaltensweisen bestimmte als gesellschaftlich sanktionierte Muster heraus: die Institutionen. Wozu aber existieren Institutionen? Warum legt sich der Mensch das Joch der Zivilisation auf? Warum unterwirft er sich äußeren Gesetzen? Gehlen beantwortet diese Fragen, indem er darauf verweist, dass ein derart „riskiertes“ und „nicht festgestelltes“ Wesen wie der Mensch die Institutionen braucht, um sein Verhalten zu stabilisieren und seine Existenz zu stützen. "

Quelle: Andre Fischer

Also brauchen wir scheinbar Institutionen die uns den Weg weisen. Aber wenn der Mensch sie braucht sollte der Künstler sie anzweifeln und zur Positionierung zwingen. Damit sie dem Menschen wirklich nutzen können. Und nicht dem Geld. 

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Eyjafjallajökull

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+++++ durch den Vulkanstaub bleibt dieser Blog noch bis ca. 14 Uhr geschlossen +++++

Martin Heidegger

ICH BRAUCHE MEHR ZEITTTTTTTTTT…

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für alles! Vor allem fürs Bloggen!!

 

Das akt-Modell

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Martin Heidegger

Selten liegen Tod und Leben so nah beieinander wie dieser Tage zwischen Köln und Hamburg. Seit dem März 2009 gibt es in der Domstadt die Theaterzeitung akT. Sie ist

„…die erste und bisher einzige Theaterzeitung in Deutschland, die von den Theatern der Stadt herausgegeben wird - und zwar von den Zusammenschlüssen Kölner Theaterkonferenz und plattform kölner theater - und dennoch eine unabhängige Redaktion hat. (…) akT will Lust auf Theater machen, einen Überblick im Dschungel der Kölner Theaterlandschaft geben und sich kritisch und konstruktiv mit Theater und Kölner Kulturpolitik auseinander setzen. Dabei schließt der Begriff „Theater“ bewusst alle Formen der darstellenden Künste ein: Tanz und Kabarett, Oper und Performance."

Quelle: theaterzeitung-koeln.de

Nach dem ersten erfolgreichen Jahr wurde natürlich Geburtstag gefeiert, zu Recht. Einen WDR-Interview mit Gerhardt Haag zur Theaterzeitung gibt es hier. Und das gute Beispiel macht Schule: Im Januar wird in Hamburg ein ähnliches Blatt von den Machern der Theater-Tafel ins Leben gerufen, Geburtshelferin ist u.a. die Chefredakteurin des Kölner Vorbildes Dorothea Marcus. Der Blog dazu ist seit kurzem bei Theaterblogs online. Jubel aller Orten, in Hamburg freut sich die freie Szene auf eine adäquate Presse, in Köln hat man sie schon, tritz aller Diskussionen und Meinungsstreits der Szene mit ihren Kritikern. Dann aber kommt der Schock schlechthin: die Förderung des Blattes durch die Stadt Köln wird gestrichen. Von nu auf gleich. Damit wird der Theaterzeitung der Boden unter den Füßen weggezogen.

Die Krise, die Krise, der Sündenbock der Welt. Über die waren Gründe mag man spekulieren. Hilft aber nix.

Was hilft ist, dem Blatt eine neue Grundlage zu verpassen. Wie das geht? Mit Spenden oder Abo-Bestellungen.

Ich bin natürlich befangen, denn ich schreibe für die akT und bin vom Format begeistert. Daher möchte ich aber nicht zuletzt in eigener Sache für die Rettung der akT werben. Denn die Kulturpresselandschaft hat durch diese Zeitung einen epochalen Impuls bekommen!

Hier gibts den Spendenaufruf der Herausgeber Dietmar Kobboldt und Gerhardt Haag: Finanziert.pdf. Lest ihn durch und entscheidet Euch möglichst, der Theaterzeitung wie auch immer zu helfen. Es muss ja nicht die Fördermitgliedschaft für 100€ sein (auch nur 8,30 €uro im Monat…). Es gibt auch die Möglichkeit die akT. für 20 € p.a. zu abonnieren. Bestellung einfach per Post oder Mail an MWK Zimmermann & Hähnel GmbH, Elisenstraße 24, 50667 Köln bzw. abo@mwk-koeln.de

Jeder Beitrag ist willkommen, und wenn uns Freien auch die Kohle nicht gerade aus den Ohren sprudelt, lasst das Blatt nicht verrecken sondern kämpft alle mit für den Erhalt der akT.!!!! Zur aktuellen Lage der akT. bei WDR HIER!

Die akT. hat auch einen Blog auf dem Ihr Euch mitteilen könnt und ganz neu (!) eine Gruppe bei Facebook!

Spendenkonto: akT gGmbH · Sparkasse KölnBonn · Blz 370 501 98 · Kontonr. 1902067964
 

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Realität als Problem des Seins

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Martin Heidegger

Kennen Sie den sehr bestimmt dreinschauenden Mann dort rechts? Nein?! Das ist Martin Heidegger, der Autor des Werkes, mit dem ich mich z.Zt. herumplage und welches den sehr übersichtlichen Titel hat: "Sein und Zeit".

Warum nun ausgerechet Philosophie und zudem noch dieser Heidegger? Kultursoziologie. Mein Thema der nächsten 10 Tage. Am 9.4. shreibe ich ein Klausur über das Thema und wenn ich dachte, dass sich ein Kulturmanager in philosophischen Dingen mit der Adornos und Horkheimers  Dialektik der Aufklärung begnügen kann, so sollte ich mich als geschnitten erfahren. Heidegger ist daganz weit vorne mit dabei.

„Heidegger versucht in ihm die philosophische Lehre vom Sein, die Ontologie, auf ein neues Fundament zu stellen. Hierzu vereint er zunächst unterschiedliche methodische Strömungen seiner Zeit, um dann mit ihnen die traditionellen philosophischen Auffassungen im allmählichen Abbau als verfehlt zu erweisen (zu „destruieren“). Die philosophischen Vorurteile prägen nach Heidegger nicht nur die gesamte abendländische Geistesgeschichte, sondern bestimmen auch das alltägliche Selbst- und Weltverständnis. Mit Sein und Zeit sollte daher auch eine neue Form des authentischen Lebens gefunden werden, welche Heidegger als Eigentlichkeit bezeichnet.“

Quelle: wikipedia.de

Zugegeben klingt das ja alles noch relativ verständlich. Ich darf daher einmal aus dem Original zitieren:

"Die Frage nach demm Sinn von Sein wird überhaupt nur möglich, wenn so etwas wie Seinsverständnis ist. Zur Seinsart des Seienden, das wir Dasein nennen, gehört Seinsverständnis. Je angemessener und ursprünglicher die Explikation dieses Seienden gelingen konnte, um so sicherer wird der weitere Gang der Ausarbeitung des fundamental-ontologischen Problems ans Ziel kommen.“

Quelle: Sein und Zeit

Ist das nicht schön? Ich lese alles und mir bricht der Schweiß aus, dann lese ich ganz am Ende ans Ziel kommen und bin beruhigt. Ich werde auch ans Ziel kommen das alles zu durchdringen und hoffentlich in einer relevanten Form auch wiedergeben zu können.

Hier ist Heidegger übrigens auch dabei, mit der Startnummer 11:

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Let´s have Sex!

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lets have sex

Jeder redet und denkt in diesem bizarren und absurden Stück nur über Sex.

Aber der frivole Titel ist irreführend: "Let's have Sex!" ist zu gleichen Teilen verzwickt und tragisch, wie es auch brüllend komisch ist.

Das Spiel ist Schnitzlers "Reigen" reloaded - die Szene zwischen Mann und Frau führt zur Szene zwischen Frau und Professor usw. - jede Person wird eingeführt durch den immer wiederkehrenden Refrain:

Let´s have sex!

Aber obwohl die Charaktere von den grundlegendsten menschlichen Gefühlen - Einsamkeit, ihre Sehnsucht nach der Liebe, ihr Wunsch geliebt zu werden etc.- getrieben werden, kommen sie nie weiter als sich immer tiefer und irrsinniger in das Thema Sex zu verstricken.

„Leute können über 100 Jahre im selben Büro sitzen, sich ständig auf ewig gleichen Partys treffen, miteinander Drinks schlürfen und an jedem Wochenende Picknicks veranstalten - aber alles das wird sie niemals so eng verbinden wie eine einzige, zusammen verbrachte Nacht!

Der einzige Weg, um schnell zusammen zu kommen, ist Sex.“


Aber für die Charaktere von Valentin Krasnogorov bleibt Sex nur ein frommer Wunsch.

Vielleicht weiß die Krankenschwester als einzige mehr.

"The characters' tragic pleas of 'Let's have sex!' fail to bring about any human intercourse, but as a discourse, the phrase provides an empty slogan with which to communicate their isolated and alienated existence in a hostile postmodern world.“

Quelle: doollee.com

Die Premiere ist am 4. Juni in der Studiobühne Siegburg.

Mit: Maike Mielewski, Gabriele van Boxen, Mike Reichenbach und Robert Christott.

Regie: Stefan Krause.

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Corporate Design für Theater (4)

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corporate design

Fortsetzung von Teil 3

CD von Kulturinstitutionen

Die spezielle Charakteristik von kulturellen Institutionen stellt das klassische CD-Konzept vor zwei große Probleme: den Zeitfaktor und die begrenzten  Anwendungsmöglichkeiten.

In Teil 1, 2 und 3 wurde aufgezeigt, dass eine nachhaltige Implementierung einer ganzheitlichen CI und damit auch des CD langfristig angelegt ist.

Jeder von uns kennt Beispiele aus der Wirtschaft die zeigen zeigen, dass gutes Corporate Design nahezu unverändert über lange Zeit bestehen kann. Der Stern als Signet von Mercedes-Benz z.B. ist eine Erfindung aus dem Jahre 1909.

In speziellen Bereichen der Kultur wie z.B. bei öffentlichen Theatern aber wird ja alle vier Jahre die Intendanz gewechselt und diese Leitungswechsel gehen i.d.R. mit einem künstlerischen Neuanfang und damit auch mit einem Wechsel der CD-Konzeption einher. Theater- und Opernintendanten und -intendantinnen haben einen erheblichen Einfluss auf das Erscheinungsbild und die Außenkommunikation ihres Hauses.

Das CD einer Institution sollte im Idealfall umfassend sein, d.h. jeden Bereich betreffen, in dem die Institution auf ihre Mitarbeiter oder Zielgruppen trifft. Kulturinstitutionen aber haben an dieser Stelle das gleiche Problem wie Dienstleistungsunternehmen: Sie können ihre Unternehmensidentität nicht umfassend durch die Identität ihres „Produktes“ entwickeln.

Das meint dass sich durch eine Aufführung einer Inszenierung eines Theaters z.B. dem Zuschauer in keiner Form ein umfassender  Eindruck vermitteln, der das gesamte Haus widerspruchslos repräsentieren würde. Und das ist ja auch gut so.

Denn im Gegenteil ist es ein notwendiges Charakteristikum gerade für zeitgenössische Kultureinrichtungen, den Widerspruch zuzulassen und auszuhalten, damit kritische und polarisierende Diskurse zu allen Bereichen des menschlichen Lebens befördert werden:

„Die darin impliziten Interessens- und Erwartungsdifferenzen gehören zu den interessantesten Aspekten der komplexen Unternehmensrealität, denn sie beinhalten bereits eine individuelle Reflexion der Bezugsgruppen.“

Quelle: Compendium Corporate Design

Mit verkaufsfördernden Maßnahmen in die individuellen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten eingreifen zu wollen zerstört entweder die Kunst oder das Design.

Eine Kulturinstitution muss ihr CD-Konzept also von dem „Produkt Kultur“ weg bewegen und sich den Rahmengestaltungsmöglichkeiten wie Signet und Logo und deren Einbindung in die Grafik von Publikationen (Programmhefte, Kataloge, Broschüren, Plakate etc.), dem Internetauftritt oder der Architektur der Institution zuwenden.

Weiterlesen: Teil 5 befasst sich mitdem CD des Schauspiel Köln.

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Theater nervt!

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Allen Theatermachern und Kulturmenschen da draußen, denen Management, Marketing und Begriffe wie "Kundennutzen" oder "return on investment" nicht nur spanisch vorkommen, sondern für die solche Worte sinnbildlich für die Bagatellisierung, Banalisierungund Kommerzialisierung der Künste stehen sei gesagt -

es geht noch schlimmer:

Neuromarketing.

Diese Facette der Beeinflussung des Produzenten-Konsumenten-Verhältnisses wird z.B. dann angewandt, wenn eine Chipsmarke heraus finden will, wie sich der Geschmack der Chips und das Gefühl beim Griff in die Tüte auf das Genusserlebnis der Konsumenten auswirkt.

Was (um Gottes Willen!) mag das jetzt mit Theater zu tun haben?!

Das weiß ich auch noch nicht, aber ich werde versuchen, es mal zu recherchieren und eine kleine Theorie des Neuro-Kulturmarketing zu basteln.

Denn eigentlich klingt des Pudels Kern ja gar nicht so falsch, will man auf sein Haus, seine Produktionen, Premieren oder Spielpläne aufmerksam machen und dabei die Zuschauer möglichst emotional ansprechen:

"I had just had a meeting with someone senior at Coke. He had been telling me that despite spending $3 billion on marketing and another $3 billion on indirect marketing, he was not sure what precisely he got out of it. This was still on my mind when I asked the neuroscientist what he did. He told me he helps children with attention deficit disorders, adults with emotional problems, and he works with the aged suffering from diseases such as Alzheimer’s. It struck me that this was exactly what the man at Coke was looking for. How do you get people to pay attention? How do you engage them emotionally, and how do you ensure they remember what is being said to them? Can’t I apply what he was doing in the clinic to what was happening?“

Quelle: OPEN magazine

Aber wie funktioniert nochmal das Gehirn…?


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back to the roots

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Seit fünf Jahren bin ich jetzt als freier Schauspieler unterwegs. Nach dem Diplom habe ich gedacht: "Du musst so schnell wie möglich irgendwo fest engagiert werden, so ist doch der normale Gang der Dinge als Anfänger."

Ja Pustekuchen. Versucht und gescheitert - mit dem Festengagement.

Aber als Freier erfolgreich zu sein hat geklappt, und zwar seit Abschluss durchgehend. Und mit Erfolg meine ich sicherlich nicht, dass ich an den großen Bühnen dieser Nation mit den großen Regisseuren unserer Zeit zu arbeiten gewohnt wäre.

Mit Erfolg meine ich die Chance, diesen Beruf auszuüben und davon gut leben zu können. Gerade die Abwechslung, das permanente Umorientieren und die Suche nach meiner persönlichen künstlerischen Nische ist es, was diese Arbeit für mich so spannend und erfüllend macht. Im Augenblick könnte ich mir gar nicht vorstellen, mich irgendwo an einem noch so großen Haus für eine lange Zeit zu verpflichten. Ich bekäme bestimmt nass-kalte Schweißfüße bei dem Gedanken an so viel Kontinuität… Und als es dann zum ersten mal soweit war, dass mir jemand einen Zweijahresvertrag im Hessischen angeboten hatte, machte die Familienplanung die Entscheidung zur Ablehnung ganz leicht.

Und sein eigener Herr zu sein hat ja nicht nur Nachteile. Denn inzwischen mache ich so viele verschiedene Dinge parallel, die alle irgendwie mit der Bühne zu tun haben, an der mein Herz hängt: Spieler, Autor, im Augenblick ganz viel Student und hie und da schon ein bisschen Manager.

Und nun kommt noch ein Aspekt hinzu, über den ich mich wirklich sehr freue. Ich fange am kommenden Montag eine Stelle als Dozent an der Theaterakademie Köln an, der Schule, an der ich das Handwerkszeug für diesen tollen Beruf gelernt habe. Im Fach "gestisches Erzählen" werde ich in diesem Semester versuchen, vierzehn Schülerinnen und Schülern die Kunst des Erzählens zu erschließen, ein tolles Fach, dass ich als Student geliebt habe. Ich freue mich besonders über die Gelegenheit, meine bescheidene Berufserfahrung an die zukünftigen Kolleginnen und Kollegen weitergeben zu dürfen. Diese Anerkennung meine früheren Ausbildungsstätte macht mich schon ein bisschen stolz.

Jetzt aber weg mit dem Pathos!! Mir flattern die Hosen beim Gedanken an meinen ersten Unterricht und die Verantwortung, die an einer zwar privaten aber staatlich anerkannten Schauspielschule so dran hängt. Aber nach fünf Jahren die Schule wieder regelmäßig als Dozent zu betreten ist ein schöner Gedanke.

Am Ende des Semesters wird es dann eine Präsentation der Arbeit geben. Ich werde zeitig posten wann und wo. 

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